Umfangreiche Hilfe auch in Mittelamerika Projekte in Honduras Ab Anfang der neunziger Jahre engagierte sich der RC Speyer bis zum heutigen Tag in Honduras. Wie in Nepal, so tragen auch hier persönliche Kontakte und persönlicher Einsatz neben vieler Spenden zur erfolgreichen Hilfe bei. Besonders unser Freund Müller, aber auch die Freunde Sommer und Plein waren die Initiatoren des fast zwanzig Jahre andauernden Engagements.
Frau Rosemarie
Blattner aus Karlsruhe (Lehrerin und Sozialarbeiterin) hat in Tegucigalpa
(Hauptstadt von Honduras) zu Beginn der neunziger Jahre ein Projekt zur Aufnahme von Mädchen zwischen 3 – 18 Jahren (Waisen,
Sozialwaisen, Straßenkinder) begonnen.
Dieses Projekt– Hogar Ana Rosa Maria Honduras – unterstützt der Rotary Club Speyer
seit den Anfängen und hat bis 1998 17.000,- DM zur Verfügung gestellt. Im Hogar
(2 Häuser) sind jetzt zwischen 25 – 30 Mädchen untergebracht, werden im
Kindergarten gefördert und dann in Grundschule und z.T. im Gymnasium
lebenstüchtig ausgebildet. Mehrere Mädchen haben bereits Abitur gemacht und
eines studiert derzeit.
Im Oktober 1998 fegte der Hurrikan Mitch über
Mittelamerika und führte auch in Honduras zu schwersten Überflutungen und
Verwüstungen und katastrophalen Verhältnissen. Von 5,6 Mio. Einwohnern wurden
ca. 500.000 obdachlos, es gab 15.000 – 18.000 Tote und Vermisste, ca. 130.000
Schulkinder verloren ihre Schule.
Im Februar 1999 fuhr Willi Müller
(Kinderarzt) mit seiner Frau Martha nach Honduras (3 Wochen), um vor Ort zu
erkunden, welche Hilfe wir leisten können. Der Hogar war vom Mitch verschont
worden, die Verwüstungen in der Hauptstadt und auch im Lande waren katastrophal.
Willi Müller untersuchte und behandelte sehr viele Kinder in
Obdachlosen-Bereichen, seine Frau füllte mit den Heimkindern zentnerweise
Nahrungsmittel in kleinere Portionen ab, um diese dann in abgelegenen
ländlichen Siedlungen zu verteilen.
In Sta. Lucia (nahe der Hauptstadt) waren 25
Häuser mit aller Habe durch Erdrutsch vernichtet und die Familien obdachlos
geworden. W. Müller führte Gespräche mit Bürgermeister, Architekten, Ingenieuren
und Obdachlosen in Sta. Lucia. Der Bürgermeister stellte Land zur Verfügung,
und W. Müller konnte mit den Beteiligten den Bau einiger Häuser planen. Wir
entschlossen uns, 5 Häuser für obdachlose, kinderreiche Familien bauen zu
lassen mit der Maßgabe, dass sich die späteren Bewohner tatkräftig beim Bau
beteiligten. Der Rotary Club Speyer stellte 30.000,- DM zur Verfügung (ein Teil
dieser Summe wurde von Freunden und Speyerer Bürgern gespendet). Um einen
Missbrauch zu vermeiden, durften die Häuser zunächst weder verkauft noch
beliehen werden. 2003 konnten dieHäuser
endlich ans elektrische Netz angeschlossen (3.550,- €) werden. Nach Klärung
vieler offenen Rechtsfragen, Vermessung der Grundstücke, Grundbucheintrag etc.
haben wir die Häuser 2007 den Bewohnern als Schenkung übertragen (weiterer
Kostenaufwand 1.935,- €).
Durch die Überflutung (des Hurrikan Mitch)
war auch das ärztliche Zentrum im Stadtteil des Hogars weggespült worden. Die
ärztliche Versorgung war zusammengebrochen. Deshalb wurde 1999 im Hogar eine
kinderärztliche Ambulanz (clinica alemana) zur Versorgung des Stadtteils
eingerichtet (Medikamente, Instrumente) und die Ärztin für ein Jahr finanziert
(24.200,- DM).
Die Finanzierung der Sonder-Beschulung eines
taubstummen Mädchen (Rötelnembryopathie = Röteln während der Schwangerschaft) –
das W. Müller damals im Alter von 8 Jahren kennen lernte – wurde von 1999 bis
jetzt übernommen, und außerdem wurde das Schulgeld (Gymnasium) für 6 Mädchen
des Hogars zur Verfügung gestellt, insgesamt 27.700,- €.
Willi Müller, 11.01.2010
Sonntag, 1. November 2009/web481
Letzte Änderung: 06.06.10/web481