St. Ingbert (RG) Es gebe keine Zweifel mehr: Musik und Musizieren bereicherten die Lebensqualität und die Lebensfreude unserer Kinder und förderten sie in einem nicht vermuteten Ausmaß. Musik sei gar zum „Lebensmittel“ geworden. Das werde nun durch Ergebnisse eines zu Ende gegangenen mehrjährigen Förderpro-jektes der saarländischen Rotary Clubs repräsentativ bestätigt, auch in St. Ingbert in der teilnehmenden Kita Luitpoldschule und Schillerschule. Ende Oktober nahm sich das „Musikalische Netzwerk“ Zeit zum „musikalischen Donnerstag“ mit Rückschau und Vorschau. Die Kita-Leiterin Susanna-Maria Klinkner-Pillong dankte in einem Grußwort zunächst dem Rotary Club St. Ingbert unter Präsident Lars Jensen und den anwesenden Rotariern Gerhard Robeller und Rainmar Gnaehrich für die erfolgreiche Förderung und Wirksamkeit. Sie begrüßte aus dem musikalischen Netzwerk: Von der Volkshochschule St. Ingbert, die Leiterin Marika Flierl, die Leiterin des Amtes für „Familie und Soziales“, Thea Holzer, die Leiterinnen, Elternvertretungen und Fachberatungen der St. Ingberter Kindertagesstätten. Von der Hochschule für Musik Saar, den wissenschaftlichen Projektleiter Professor Michael Dartsch sowie die Pädagogin für elementare Musik im konkreten Projekt, Hanna Kersten mit ihren „Schulfüchsen“ und Kita-Kindern. Vom SR 2 Kulturradio war Dr. Peter Kleiß vertreten und stark engagiert. Zeit für gute Gespräche über Voraussetzungen und Wirksamkeit dieses Projektes.
Die Voraussetzungen. Die SZ berichtete begleitend vom Projektbeginn ab 2008 über die Benefiz-Konzerte des Rotary Orchester Deutschland mit dem hfm-Rektor, Thomas Duis, am Flügel zur 40.000,-€ Ressourcenbildung sowie im letzten Jahr unter dem Titel „Mit guten Klängen ins Leben“ über das St. Ingberter Kita-Projekt mit mehr als 10.000,-€ Fördersumme. Man erinnert sich: Ausgehend von der Grundidee einer mehrstündigen, wöchentlichen Präsenz von Fachkräften der Elementaren Musikpädagogik in Tageseinrichtungen für Kinder wurden Absolventinnen des einschlägigen Studienganges sowie Studentinnen, die kurz vor dem Examen standen, insgesamt sechs Tageseinrichtungen im Saarland zugeordnet: Neben Saarbrücken selbst handelte es sich um Einrichtungen in Merzig, Wallerfangen, Steinrausch, Saarlouis und St. Ingbert. Dabei wurde angestrebt, dass die Musikpädagoginnen sowohl mit den Kindern arbeiten als auch den Umgang mit Musik in der Einrichtung insgesamt befruchten sollten. So sollten sie auch beim Kauf von Instrumenten beraten und helfen; in einem Fall wurde auch mit den Erzieherinnen selbst an deren Stimme sowie mit Orff-Instrumenten gearbeitet. Auch die Gestaltung von Festen und Morgenkreisen war intendiert. Eine Auswertung zeige jetzt, dass fast in allen Fällen eine positive Bilanz gezogen wurde und mehr als das.
Plädoyer für Musik als Kraftwerk des Lebens. Die Botschaft der Ansprachen an diesem „musikalischen Donnerstag“ war klar: „Der Mensch brauche die Musik im Alltag, heute dringender denn je, wie eine „Muttersprache“ für ein erfülltes Leben, gleichsam wie ein „Kraftwerk“ auch in Zeiten des Umbruchs. Musik fördere die soziale Kompetenz, die emotionale Verfasstheit, sie öffne den Menschen, wirke gar als psychische Macht gegen physische Gewalt und trage zur Intelligenzentwicklung bei. Musik fördere Konzentration, musikalische Begabung, Leistung, Kreativität und vieles mehr an Lebensqualität. Die Bedeutung der Musik für Kinder und die fachlichen Grundlagen werde vom wissenschaftlichen Projektleiter Professor Michael Dartsch gut im ersten Kapitel des nun vorgelegten Fachbuch „Bildungsplan Musik für die Elementarstufe/Grundstufe“ zusammengefasst. Der Bildungsplan biete ausführliche Beschreibungen aller Angebotsformen in der Elementar-stufe/Grundstufe, wie sie im neuen Strukturplan des Verbandes deutscher Musikschulen, VdM aufgeführt seien. Daneben eine umfangreiche Literaturliste mit Übersichten über gängige Lehrwerke sowie zahlreiche Materialien und Dokumente auf einer beiliegenden CD-ROM. Ein fester Bestandsteil in heutigen Kindertagesstätten.
Die praktische Wirksamkeit der kleinen „Vorbereitungsgesellschaft“ . Die putzmunteren Kita-Kinder vernahmen all dies sehr geduldig und legten mit ihren Liedbeiträgen schließlich einfach los. Das Gitarrenspiel von Uli Schneider und leichte Zeichen der vertrauten Musikpädagogin, Hanna Kersten, reichten völlig zur Begeisterung der Kinder. Später im Bewegungsraum mit den „Schulfüchsen“ wurde musikalisch vertieft, wie das funktioniert mit dem Miteinander-Schaffen, das Voneinander-Lernen, das Aufeinander-Zugehen, das Füreinander-Da-Sein in der gemeinsamen Verantwortung für das Gelingen des Ganzen. Keine Frage: Musik sei die sozialste aller Künste, ein Kontaktmedium par excellence. Der Umgang mit Musik „öffne" den Menschen zum Mitmenschen. „Das täte auch der Stadt gut“, denkt nicht nur die Leiterin der VHS, Marika Flierl. Sie wolle künstlerisch anregende Umwelten schaffen. Es werde vielfältige fach-politische Konsequenzen in der Stadt geben. So denke der Oberbürgermeister, Georg Jung daran, die neuen Räume der alten Baumwollspinnerei auch musikalisch zum Leben zu erwecken: „Unsere Kinder lassen wir auch dort musizieren und auch an Begegnungs- und Bildungs-möglichkeiten für Eltern werde ebenfalls gedacht im Rahmen eines umfassenden Bildungsprogramms.“ Die Kita Leiterin, Susanna-Maria Klinkner-Pillong schrieb später dem „musikalischen Netzwerk“: „Nach der musikalischen Veranstaltung am Donnerstag haben sich spontan zwei musikbegeisterte Mütter gemeldet, um künftig einen musikalischen Familien-Nachmittag im Monat zu gestalten“.
Gute Aussichten. Der diesjährige Rotary Präsident, Lars Jensen, St. Ingbert hielt in seiner Ansprache Rückschau auf das interessante, mehrjährige und nachhaltige Projekt, begleitet von seinen Amtsvorgängern Gerhard Robeller, Theo Herzer, Franz J. Abel, Josef Sebastian, Hans Peter Mürz, sowie clubübergreifend gemanagt vom Rektor der Hochschule für Musik Saar, Thomas Duis. Man denke, so Lars Jensen, an weitere starke Förderprojekte des Rotary Clubs St. Ingbert auch in Zukunft: „Wo immer wir Kinder fordern und fördern wollen, wo immer wir Verantwortung für ihre Entwicklung tragen, sollte Musik mit ihrem Geist-, Gefühls-, Kreativitäts- und Sozialpotential ins Spiel kommen.“
Dieses Projekt ist
Teil des Gemeindienstes
Der Gemeindienst umfasst die
Aktivitäten, die Rotarier unternehmen, um die Lebensqualität vor Ort zu
verbessern. Viele Rotary-Programme zielen darauf ab, kommunale Bedürfnisse zu
befriedigen. Oft sind es Hilfen für Ältere oder Behinderte, Bekämpfung von Kriminalität,
Förderung der Jugendarbeit und Unterstützung kultureller Veranstaltungen.
Ansprechpartner für den Gemeindienst im Rotary Club St. Ingbert ist das
Vorstandsmitglied im rotarischen Jahr. |