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Gut 110 Schüler der neunten Klassen nahmen das Angebot der Rotary-Clubs
wahr, im Rahmen dessen sich zwanzig Vertreter aus 16 Berufsgruppen den
Jugendlichen präsentierten. Die meisten Neuntklässler interessierten
sich wie schon im Vorjahr dafür, was die Kaufmänner und
Bundeswehrbediensteten über ihre Berufe zu sagen hatten. Kaum Interesse
zeigten die Schüler hingegen für den Beruf des Tischlers.
Über die Bundeswehr informierte Julian Sand. Der Oberleutnant nannte die
Schulnoten als wichtiges aber nicht allesentscheidendes Kriterium für
Bewerber auf einen Ausbildungsplatz: „Wenn es mit den Noten hapert, ihr
aber soziales Engagement aufweisen könnt, habt ihr dennoch gute
Chancen.” Zwischen 100 bis 120 und somit rund ein Drittel aller in
Deutschland anerkannten Berufe könnten bei der Bundeswehr erlernt
werden, so Sand.
Wie der Oberleutnant zudem erklärte, würde die Ausbildungsdauer bei der
Bundeswehr lediglich 21 Monate betragen, der Inhalt bleibe gleich.
„Schließlich wollen wir so schnell wie möglich auf unsere eigenen
Auszubildenden zurückgreifen.“ Eine Verpflichtung für die Bundeswehr
bringe zwar den Vorteil einer schnellen Ausbildung und eines sicheren
Berufs. „Wer ja zur Bundeswehr sagt, sagt aber auch ja zum eventuellen
Auslandseinsatz”, so Sand.
Weniger risikobehaftet ist wohl eine kaufmännische Ausbildung. Welche
Voraussetzungen Bewerber für eine solche mitbringen müssen, verriet
Sabrina Ditsch, zuständig für die kaufmännische Aus- und Weiterbildung
beim Mainzer Technologiekonzern Schott. Ditsch empfahl den Jugendlichen
vor der Berufsausbildung so viele Praktika wie möglich zu absolvieren
und versuchte zudem, den Neuntklässlern die Angst vor unausweichlichen
Einstellungstests zu nehmen. Wer in Englisch nicht sonderlich gut sei,
könne dies während des Tests immer noch mit den Logik- und
Diktataufgaben ausgleichen, erklärte Ditsch.
Das Datum der Berufsinformationsveranstaltung der Rotary-Clubs fiel
nicht zufällig auf Anfang Juni. Mit den Lehrern sei zuvor abgestimmt
worden, wann der ideale Zeitpunkt für die Schüler sei, erklärte
Rotarierin Barbara Mathea. Aus allen Mainzer Realschulen, Realschulen
Plus und Integrierten Gesamtschulen waren Neuntklässler gekommen. Die
Mainzer Rotary-Clubs laden seit 15 Jahren zu ihrer
Berufsinformationsveranstaltung.
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